„Deutschland ist Europameister“

Lohrer Forsttechniker krönen Erfolgskurs der Vorjahre und holen zum zweiten Mal in der Geschichte den Europameistertitel beim Wettkampf der forstlichen Schulen in Österreich

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Mannschaftsfoto „Team Germany“ nach der Siegerehrung.
Stehend v.l.n.r.: Leo Waibel, Techniktrainer Matthias Ascherfeld, Kilian Lausch, Vize-Europameister Joe Engel, Teamchef sowie stv. Schulleiter Georg Süß
kniehend v.l.n.r.:Julian Riegg und Benedikt Lehner
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Veranstaltung
Vom 19. bis zum 23. Mai 2026 war Österreich Schauplatz der 22. Europameisterschaft der forstlichen Schulen im Bereich der Waldarbeitsmeisterschaften. Nach Spitzenergebnissen für die Mannschaft der Bayerischen Technikerschule für Waldwirtschaft aus Lohr a.Main als Vertreter Deutschlands in den Jahren nach der Corona-Pause konnten die Erwartungen an das „Team Germany“ mehr als erfüllt werden. Im Heimatland des Waldsports Österreich stand die Mannschaft aus Lohr unter 18 teilnehmenden Nationen ganz oben an der Spitze des Podests und holte zum zweiten Mal in der Geschichte der Schulmeisterschaften den begehrten Wanderpokal nach Deutschland. Zudem überzeugte die herausragende Leistung des angehenden Forsttechnikers Joe Engel, der mit einer Bronzemedaille im Einzelwettbewerb sowie einer stabilen Leistung über alle 5 Einzeldisziplinen hinweg zum Vizeeuropameister in der Einzelwertung der technischen Bewerbe gekürt wurde. Den Erfolg des Lohrer Forsttechnikerteams komplettierte der Gesamtsieg im Forstparcour.
Wettkämpfer
Wie im Vorjahr nahmen als Wettkämpfer für das „Team Germany“ Joe Engel, Julian Riegg, Kilian Rausch, Benedikt Lehner und Leo Waibel teil. Begleitet wurden die fünf Wettkämpfer von stellvertretendem Schulleiter und Teamchef sowie Trainer für den Forstparcour Georg Süß sowie vom Techniktrainer Matthias Ascherfeld, Forstwirtschaftsmeister bei den bayerischen Staatsforsten.
Eröffnung
Feierlich und pompös eröffnet wurde der Wettkampf in Litzlhof, Kärnten unter anderem mit Grußworten des österreichischen Landwirtschaftsministers, des stellvertretenden Landeshauptmanns von Kärnten sowie des Leiters der Head Jury und ehemaligen Forstschullehrers Peter Tretter. Parallel zur Europameisterschaft fand der diesjährige Alpen Adria Cup mit weiteren 20 Mannschaften aus 5 verschiedenen Nationen statt und machte die landwirtschaftliche Fachschule am Litzlhof zu einem regen Treiben des Waldsports.
Aufgaben
Am Tag nach der Eröffnung begann der Mannschaftswettbewerb mit dem Forstparcours, bei welchem 16 Aufgaben zu bewältigen waren. Dazu gehörten z.B. Alters- und Durchmesserbestimmungen an Bäumen, Volumen-, Vorrats- und Flächenermittlungen, Kenntnisse zu Bäumen, Wildtieren, Holzarten und Schädlingen, aber auch der Umgang mit Erste-Hilfe-Situationen. Dabei waren die Wettkämpfer als gut zusammenarbeitendes und harmonisierendes Team gefordert. Mit nur einfachsten Hilfsmitteln ausgestattet mussten die Aufgaben gelöst werden. Fundiertes forstpraktisches Wissen und dessen Anwendung ist hier gefragt. „Am Vortag haben wir uns noch mit den Waldbildern in der beliebten Urlaubsregion rund um den Ossiacher See vertraut gemacht, da sich die Bergwälder Österreichs doch gravierend von den Laubwäldern Unterfrankens, wo die meisten Exkursionen für unsere Schüler im Rahmen des Unterrichts stattfanden, unterscheiden. Und dieser Tag hat sich mehr als gelohnt“, so der Team-Chef Georg Süß. Unsere Mannschaft landete in dieser Disziplin ganz oben auf dem Podium, gefolgt von der Fachschule Fürstenburg der Lohrer Partnerstadt Burgeis und einer Forstschule aus Serbien.
Folgetage
An den beiden Folgetagen standen dann die technischen Motorsägendisziplinen Kettenwechsel, Kombinations- und Präzisionsschnitt sowie Fällung und Entasten auf dem Programm. Präzision, Geschicklichkeit und Geschwindigkeit, jedoch auch die Einhaltung sämtlicher sicherheitstechnischer Vorgaben waren hier gefragt.
Ausstattung und Vorbereitung
Auf die Aufgaben, welche aller aus der forstlicher Praxis stammen, wurden die Teilnehmer der Technikerschule, die mit hochwertiger Ausrüstung der Firmen Stihl und Pfanner ausgestattet waren, wie bereits im Vorjahr von Matthias Ascherfeld vorbereitet.
Erfolg
Erneut bewiesen die Lohrer Forsttechniker sicheren und routinierten Umgang mit der Motorsäge und erlangten Platz zwei. „Zum Schluss mussten wir uns in der Technikwertung nur den Hausherren aus Österreich geschlagen geben - doch dieser Teilerfolg sei ihnen gegönnt“, so der Teamchef Süß. Platz drei in der Technikwertung erzielte die rumänische Forstschule „Bucovina“, die im Jahr 2024 bereits Ausrichter der Europameisterschaft war.
Sieger
Sieger in der Gesamtwertung des Wettbewerbs (Technische Disziplinen und Forstparcour) wurde die deutsche Mannschaft zuletzt 2025 in Estland. „Wir waren in den letzten Jahren nah dran am Gesamtsieg – dass es aber diesmal geklappt hat, und noch dazu bei den Erzrivalen in Österreich, macht mich unglaublich stolz“, so Teamchef Süß. „Das Trainerduo sowie die Jungs haben Großes geleistet“, freut sich Schulleiter Christof Welzenbach über den Erfolg „seiner“ Delegation.
Auf Platz zwei in der Gesamtwertung landete das Team der südtiroler Fachschule Fürstenburg als Vertreter Italiens, dicht gefolgt vom letztjährigen Europameister Slowenien.
Kontakte
Neben dem fachlichen Wettkampf bot die Veranstaltung auch viel Raum für persönlichen Austausch und das Knüpfen wertvoller Kontakte – ein klares Zeichen für die Bedeutung der praxisnahen Ausbildung und internationalen Zusammenarbeit im europäischen Forstbereich.
Joe Engel bei der EntastungZoombild vorhanden

Joe Engel bei der Entastung
Foto: STIHL

Ausblick
Die nächste Europameisterschaft der forstlichen Schulen findet aller Voraussicht nach in den Niederlanden statt. „Auch werden wir in absehbarer Zeit wieder Ausrichter dieses europäischen Events sein, liegt doch der letzte Wettkampf in Deutschland schon über 15 Jahre zurück“, so der Ausblick der Lohrer Verantwortlichen.